Im Wald sind Dinge,

über die nachzudenken man

jahrelang im Moos liegen

könnte…

(Franz Kafka)

 

1    Äußere Bedingungen der Einrichtung

1.1      Geschichte der Waldkindergärten allgemein

In einer zunehmend naturfernen Welt erleben es viele Eltern als Herausforderung, Kindern Freiraum und Begegnung mit der Natur zu ermöglichen.

In den 1950er Jahren entstand in Dänemark ein erster Waldkindergarten, nachdem Ella Flatau zunächst mit ihren eigenen und einigen Nachbarskindern häufig in den Wald gegangen war und daraus eine feste Gruppe wuchs, die bei anderen Eltern großes Interesse weckte. Diese entwickelte sich zu einer Elterninitiative und es wurde der erste Waldkindergarten ins Leben gerufen.

In Deutschland entstand der erste Wald- und Naturkindergarten 1968 in Wiesbaden, erhielt jedoch nie eine offizielle Genehmigung.

In den 1990er Jahren fand die Waldkindergartenbewegung größeren Anklang. 1993 wurde der erste Waldkindergarten in Flensburg offiziell anerkannt, der Waldkindergarten Schwäbisch Hall wurde 1998 gegründet.

1.2      Entstehungsgeschichte des Waldkindergartens in Michelbach

Das ehrfürchtige Staunen eines eben laufenden Kleinkindes vor einem Regenwurm, einem Kiesel, einem Schneckenhaus, die Freude an Regentropfen, an Schnee, an Matsch, das Lachen eines Kindes, das sich ins Gras legt, den Himmel betrachtet, sich am Dasein erfreut – dies alles lehrt uns Erwachsenen, die Welt wieder neu zu sehen als das Wunder, das sie ist.

Diese natürliche Beziehung des Kindes zur Natur zu erhalten, zu festigen, war wohl unser gemeinsamer Gedanke, als wir Gründungseltern uns im Rahmen einer Umbruchsituation im Sommer 2010 zusammenschlossen, um für unsere Kinder eine andere Form der Kinderbetreuung zu finden.

Nach einem Vortrag von Herrn Brucklacher, dem Begründer des Gaildorfer Waldkindergartens, der uns tief berührte mit den Bildern von glücklichen Kindern draußen, machte sich eine kleine Gruppe Eltern daran, einen Verein zu gründen, mit dem Ziel, auch für Michelbach einen Waldkindergarten zu erschaffen. Wir suchten ein geeignetes Stück Wald, einigten uns mit der Gemeinde auf einen Zuschuss von zunächst 63% der Betriebskosten, erstellten eine Konzeption, suchten Personal und erhielten schließlich zu Beginn des Jahres 2011 eine Betriebserlaubnis, sodass wir am 1. März 2011 den Kindergarten mit 7 Kindern, 2 Erzieherinnen und einem kleinen Forstwagen als Schutzhütte eröffnen konnten.

Zu Beginn betrug die Betreuungszeit 4 Stunden.

Engagierte Eltern bauten einen alten Bauwagen um zu einer gemütlichen, mit Holz beheizbaren Schutzhütte, in der die Kinder bei Bedarf vespern und sich aufwärmen können. Dieser neue Bauwagen wurde im Juni 2011 eingeweiht, die kleine Gruppe „zog um“.

Im September 2011 schulten wir unser erstes Wald­kinder­gartenkind ein. Die Gruppe wuchs allmählich auf 12, später auf 16 Kinder an.

Im September 2013 konnten wir unsere Öffnungszeiten von 4 auf 5 Stunden verlängern.

1.3      Der Träger

Träger des Waldkindergartens ist der im September 2010 aus der Elterninitiative gegründete gemeinnützige Verein „Waldkindergarten Michelbach e.V.“.

Der Vorstand des Trägervereins führt im Auftrag der Mitgliederversammlung den Geschäftsbetrieb des Kindergartens. Er besteht aus drei Personen, die folgende Aufgaben untereinander verteilt haben: Geschäftsführung, Kontakt zu den Ämtern, Kontakt zum Landesverband, Haushaltsplanung, Finanzbuchhaltung, Personalführung, Öffentlichkeitsarbeit, Einberufung der Mitgliederversammlung, Vorstandssitzungen, Jahresbericht, Mitgliederverwaltung, Beschlussfassungen, Protokollführung usw.

Der Waldkindergarten Michelbach e.V. ist Mitglied im Landesverband für Natur- und Waldkindergärten, der wiederum Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV) ist.

Der Waldkindergarten Michelbach ist in der örtlichen Bedarfsplanung der Gemeinde Michelbach berücksichtigt. Der Kindergartenbetrieb wird inzwischen zu 70% über Zuschüsse der Gemeinde finanziert, die restlichen 30% trägt der Verein und finanziert sie über Elternbeiträge, Spenden und wirtschaftliche Aktivitäten.

Der Träger kooperiert mit den anderen Kindertageseinrichtungen der Gemeinde in einem Gemeinsamen Ausschuss und ist mit den Vorständen der Waldkindergärten des Landkreises Schwäbisch Hall vernetzt.

1.4      Lage

Der Bauwagen des Waldkindergartens befindet sich in einem Stück Kirchenwaldes der evangelischen Landeskirche ca. 200 m hinter dem Ortsrand von Michelbach. Er ist Mittelpunkt und Schutzhütte sowie Ausgangspunkt für gemeinsame Aktivitäten in dem ihn umgebenden, attraktiven und abwechslungsreichen Gelände, in welchem die Kinder auch feste Waldplätze haben, die regelmäßig aufgesucht werden. Die Gruppe bewegt sich in Misch- und Monokultur, Fichtenwald, Buchenwald, auf Wiesenstücken, der Kindergarten ist gut an Wald- und Wanderwege zum Einkorn und zum Denkmal angebunden. Am Rande des Kochertals ist die Landschaft mit ausgewaschenen Klingen in den Limpurger Bergen sehr reizvoll.

Direkt vor dem Kindergarten gibt es einige Parkplätze und eine Wendemöglichkeit.

Die Anfahrt zum Kindergarten wird von der Gemeinde im Winter in der Regel geräumt.

1.5      Anbindung an die Gemeinde

Die Lage des Kindergartens so nahe am Ortsrand von Michelbach bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Der Kindergarten ist in das Gemeindegeschehen gut integriert. Wir haben wöchentlich einen Sporthallenplatz, wir können im Jugendraum des Feuerwehrmagazins unterkommen, wenn die Witterungsverhältnisse einen Aufenthalt im Wald unmöglich machen, wir nehmen teil an Festen, gehen einkaufen, besuchen den Bauernhof und haben ein gutes Verhältnis zu den zahlreichen Spaziergängern, die an unserem Bauwagen vorbeikommen.

 

2      Unsere Einrichtung / Unser Waldkindergarten

2.1      Öffnungszeiten

Der Kindergarten ist Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet. Bringzeit ist von 8.00 Uhr bis 8.30 Uhr, die Kinder werden entweder um 12.30 oder um 13.00 Uhr abgeholt.

Bei Ausflügen oder anderen Aktivitäten können Hol- und Bringzeit variieren.

Kann der Kindergarten wegen Schneeglätte im Winter einmal nicht angefahren werden, gibt es einen festen Treffpunkt in der Kirchstraße. Dann ist die Bringzeit für alle verbindlich auf 8.15 Uhr festgelegt, damit nicht einzelne Kinder auskühlen, weil sie lange warten müssen, bis die ganze Gruppe losgehen kann.

2.2      Ferienregelung

An 30 Tagen im Jahr ist der Kindergarten geschlossen. Diese Tage liegen innerhalb der Schulferien und werden zu Beginn eines Kindergartenjahres durch das große Team (Erzieherinnen und Vorstand) in Absprache mit dem Elternbeirat festgelegt.

2.3      Gruppe und pädagogisches Personal

Die Kindergruppe besteht aus max. 18 Kindern im Alter von 2¾ bis zur Einschulung, die von zwei staatlich anerkannten Erzieherinnen begleitet werden.

Im Vertretungsfall stehen weitere Erzieherinnen zur Verfügung, im Notfall begleiten weitere geeignete Kräfte oder ein Elternteil die verbleibende Erzieherin.

Praktikanten haben die Möglichkeit zu hospitieren.

2.4      Anmeldung und Aufnahme

Interessierten Familien bieten wir zunächst die Möglichkeit, im Kindergarten zu schnuppern.

Die Anmeldung erfolgt dann über den Träger (siehe Kontakte).

Etwa drei Monate vor Eintritt in den Kindergarten laden wir Eltern und Kind nochmals zu einem „Probetag“ ein, dann kann über die Art der Eingewöhnung und die Aufnahme gesprochen werden.

Aufnahmekriterien: Uns ist wichtig, dass Familien, die ihr Kind in unseren Kindergarten bringen, dem Trägerverein angehören. Geschwisterkinder haben Vorrang vor neuen Kindern, Michelbacher haben Vorrang vor auswärtigen Kindern. Ferner müssen wir darauf achten, ob das Kind in die Kindergartengruppe passt.

Für die Aufnahme sollte das Kind trocken sein.

2.5      Eingewöhnung

Es ist uns wichtig, neue Kinder dort abzuholen, wo sie stehen und in Absprache mit den Eltern auf den Wald einzustimmen und mit dem Alltag im Waldkindergarten vertraut zu machen, um so einen harmonischen Übergang für Kind, Eltern und Gruppe zu gestalten.

Die Eingewöhnungsphase gestaltet sich dadurch von Kind zu Kind unterschiedlich. So ist es möglich, dass ein Kind zunächst von der Mutter begleitet wird, dass es zunächst nur halbe Tage kommt oder wöchentlich einen Tag Pause macht. Wir entscheiden dies in engem Kontakt mit den Eltern und abhängig von der individuellen Verfassung des Kindes.

2.6      Gebäude / Schutzhütte

Den Kindern steht am festen Waldstück ein Bauwagen als Schutzhütte zur Verfügung. Der Bauwagen ist beheizbar mit natürlichem Brennmaterial, ausgebaut auf 22 m², mit Energieversorgung durch eine Solaranlage und mit Beleuchtung. Der über eine kindgerechte Treppe erreichbare Bauwagen ist ausgestattet mit einer kindgerechten Garderobe, Stauraum für Materialien des Kindergartens (s.u.) und Wechselkleidung, Trockenmöglichkeiten für nasse Kleidung, ausreichend große Tische und Bänke, die flexibel einsetzbar sind. Hier können sich die Kinder aufwärmen oder vor starkem Regen Zuflucht finden.

Bei extremen Wetterlagen wie Sturm oder Gewitter weicht die Gruppe in das nahe gelegene, gemeindeeigene Feuerwehrmagazin aus.

2.7      Gelände beim Bauwagen

Das Waldstück des Waldkindergartens ist sehr abwechslungsreich in der Oberflächenstruktur und der Geländeform, es bietet unterschiedliche Steigungen, unterschiedlichen Bewuchs, feste Wege und Trampelpfade, Gebüsch und Gesträuch, Wiese und offenes Gelände, Monokultur und Mischwald.

Im unmittelbaren Umfeld des Kindergartens gibt es eine Klinge mit Lehmrutsche, steilen Hängen und Feuchtgebieten.

2.8      Spiel- und Arbeitsmaterial / Ausstattung des Kindergartens

Im Bauwagen finden sich unterschiedlichste Materialien zum Malen, Basteln, Spielen und Lesen:

In unserer Bibliothek gibt es Bilderbücher, Märchenbücher, Bestimmungsbücher, Fachbücher. Wir haben Puzzles und einige Gesellschaftsspiele. Im kreativen Bereich stellen wir für die Kinder Papier in verschiedenen Farben und Qualitäten, kindgerechte Scheren, auch für Linkshänder, Wachs- und Holzmalstifte sowie Wachsblöcke zugänglich bereit. Ferner arbeiten wir mit Wasserfarben, Pastellkreide, Gouache, Kleber, Naturmaterialien, Perlen, Nähutensilien, Wolle, Webrahmen etc.

Außerdem verfügen wir über Rhythmusinstrumente.

Wir achten auf umweltfreundliches Material, umweltschonenden Materialverbrauch und lehren einen sachgemäßen, nachhaltigen Umgang mit den Materialien.

Für das Spiel draußen schöpfen wir aus dem reichen Vorrat des Waldes: Stöcke, Rinde, Kastanien, Eicheln, Buchäckern, Tannennadeln, Zweige, Äste, Wurzeln, Erde, Ton, Lehm, Wasser und was die Natur so bietet.

Ferner stehen verschiedene Arbeitsmaterialien zur Verfügung: Eimer, Schüsseln und Töpfe unterschiedlicher Größe und Farbe, Siebe, Reiben und Reibematerialien, Schaufeln und Rechen verschiedener Größe, Seile etc. Daneben findet sich Werkzeug zur Holzverarbeitung wie Hammer, Nägel, Sägen etc.

 

3      Ausstattung und Sicherheit

3.1      (Notfall-) Ausstattung der Erzieherinnen

Wenn die Gruppe unterwegs ist, haben die Erzieherinnen für Notfälle einen Rucksack mit Handy, einem Erste-Hilfe-Set und einer Telefonliste dabei. Zum Händewaschen führen sie bei Bedarf einen Wasserbeutel, umweltfreundliche Seife und Einweghandtücher mit sich.

Unsere Erzieherinnen besuchen regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse.

3.2      Kleidung und Ausstattung der Kinder

Zum Schutz der Kinder ist eine dem Wetter und dem Gelände angepasste Kleidung unerlässlich. Als Schutz vor Zecken, Brennnesseln und Sonne muss die Oberbekleidung (Hosen / Shirts) auch im Sommer immer lange Ärmel und Beine haben, es besteht Mützenpflicht.

Festes, geschlossenes, knöchelhohes Schuhwerk mit gutem Profil ist unerlässlich, bei Regen oder Matsch Gummistiefel mit Profil.

Da die richtige Kleidung des Kindes Grundvoraussetzung dafür ist, dass es sich wohl fühlen kann und gesund bleibt, liegt ein besonderes Augenmerk auf der richtigen Ausrüstung des Kindes. Daher geben die Erzieherinnen den Eltern individuelle Empfehlungen und Rückmeldungen, ob die Kleidung verändert werden muss.

Bei Bedarf wird die Kleidung gewechselt.

Im Winter benötigen die Kinder für das Turnen einmal wöchentlich Turnschuhe oder Schläppchen.

Jedes Kind führt einen Rucksack mit sich: Dieser enthält eine Sitzunterlage, ein Vesper in wieder verwendbarer Verpackung und ein Getränk in einer bruchsicheren Trinkflasche, die das Kind selbst bedienen kann, und, je nach Witterung, Handschuhe, Regenkleidung etc.

3.3      Sicherheit

Hygiene: Insbesondere vor jeder Malzeit und nach Verrichten der Notdurft muss eine gründliche Reinigung der Hände erfolgen. Hierfür führen die Erzieherinnen Trinkwasser und umweltfreundliche Seife / Handtücher mit.

Getrennt vom Spielbereich sind zwei Toilettenplätze mit Sichtschutz ausgewiesen. Die Toilette ist umweltfreundlich, verstellbar und kindgerecht konstruiert. Sie befindet sich in Sichtweite der Erzieherinnen, um den neuen Kindern den Toilettengang zu erleichtern und die Aufsicht zu gewährleisten.

Vesper / Essen: Der Wald fordert einige Regeln für das Vesper: Vesperbrote werden nur in der Vesperdose oder deren Deckel, nicht jedoch auf dem Waldboden, auf Holz oder im Gras abgelegt. Heruntergefallene Speisen werden nicht mehr verzehrt. Zum Schutz vor dem Fuchsbandwurm und vor Vergiftung essen die Kinder keine Früchte aus dem Wald. Ferner dürfen die Kinder kein Wasser aus dem Wald (Bach, Pfützen) trinken.

Zecken: Zum Schutz vor Zecken ist lange Oberbekleidung Pflicht, der Gebrauch von Zeckenschutzmitteln wird empfohlen. Die Erzieherinnen führen eine Zeckenzange mit sich und entfernen, wenn die Zustimmung der Eltern vorliegt, Zecken sofort. Den Eltern wird empfohlen, bei Tagestemperaturen von 8°C und mehr ihre Kinder täglich innerhalb von 12 Stunden nach Zecken abzusuchen. Das Gesundheitsamt rät, eine FSME-Imfpung durchzuführen.

Tollwut / Tetanus: Um die Ansteckung mit dem Erreger der Tollwut zu vermeiden, dürfen die Kinder tote Tiere nicht berühren, vermeintlich zutrauliche wilde Tiere dürfen nicht ge­streichelt werden.

Tetanus-Erreger befinden sich in der Erde, in verrottetem Holz und in Fäkalien. Möglich wäre schon die Infizierung durch eine kleine Wunde. Das Gesundheits­amt empfiehlt aus diesem Grunde die Tetanus-Schutzimpfung.

3.4      Verhaltensregeln im Wald

Da die Bedingungen im Wald zu einem Großteil vorgegeben und unveränderbar sind, ist es von besonderer Bedeutung, mit den Kindern Verhaltensregeln zu vereinbaren und deren Einhaltung auch zu überprüfen.

Die folgenden Regeln stellen grundsätzliche Verhaltensregeln im Wald und im Kindergartenalltag dar.[1]

  • Was im Wald gefunden wird, wird weder in den Mund genommen noch gegessen oder getrunken.
  • Bei gemeinschaftlicher, gezielter Ernte werden die Früchte und Beeren zuerst gewaschen und dann weiter verarbeitet.
  • Zahme Wildtiere, Kadaver und Kot werden nicht angefasst.
  • Wenn das Waldhorn ertönt, kommen alle Kinder zur Erzieherin (Sammelruf).
  • Die Kinder bleiben in Sichtweite.
  • Vereinbarte Aufenthaltsbereiche dürfen ohne Rücksprache mit den Erzieherinnen nicht verlassen werden.
  • Alle bleiben auf den Wegen. In mit Förster und Waldbesitzern abgesprochenen Waldstücken geht die Gruppe unter Anleitung der Erzieherinnen querfeldein.
  • Die Kinder bleiben bei der Gruppe und halten Haltepunkte ein.
  • Die Gruppe achtet die Tier- und Pflanzenwelt.
  • Bäume, Sprösslinge u. ä. dürfen nicht beschädigt; Blumen nur in Maßen gepflückt werden.
  • Stöcke sind zum Spielen erlaubt, wenn dabei auf andere Kinder geachtet wird. Stöcke werden höchstens hüfthoch gehalten, mit einem Stock in der Hand wird langsam gegangen. Keine Stoß- oder Schlagbewegung in Richtung anderer.
  • Stöcke, die einmal im Feuer waren, dürfen nicht mehr herausgenommen werden.
  • Naturmaterialien werden in Maßen in Anspruch genommen.
  • „Schießspiele“ sind erlaubt, wenn leblose Ziele gesucht werden.
  • Abfall wird vermieden, gegebenenfalls anfallender Abfall wird wieder mitgenommen.
  • Es darf kein Spielzeug mitgebracht werden (Ausnahme: Mitbringtage).
  • Es wird nur auf den von Erzieherinnen ausgewiesenen Bäumen geklettert.
  • „Schnitzen nur im Sitzen.“
  • Straßenverkehrsregeln werden eingehalten.
  • Der Aufenthalt im gekennzeichneten Bereich von Waldarbeiten ist verboten.

Eltern von neuen Waldkindergartenkindern werden vor der Aufnahme des Kindes ausführlich über diese Regeln informiert.

 

4      Pädagogische Leitbilder / Grundsätze

4.1      Allgemeine Aufgaben des Kindergartens

Nach § 22 Abs 2 des Achten Buches Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) sollen Tageseinrichtungen für Kinder und Kindertagespflege „die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern, die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen, den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.“

  • (3) des SGB VIII definiert den Förderauftrag wie folgt: „Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.“

Basis unserer Arbeit ist der Orientierungsplan des Landes Baden Württemberg[2]. Die dort aufgeführten Erziehungs- und Entwicklungsfelder werden auf allen Ebenen unserer pädagogischen Arbeit berücksichtigt. Dabei haben wir zwei Hauptziele: Das sind Eigenverantwortlichkeit und Autonomie einerseits, Gemeinschaftsfähigkeit und Verbundenheit andererseits.

4.2      Unser Bild vom Kind

Wie wir die Natur in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit annehmen, so nehmen wir jedes Kind in seiner Einzigartigkeit wahr, wir begleiten, fördern und unterstützen es auf seinem Weg in seiner Kindergartenzeit bei uns.

4.3      Das Selbstverständnis unserer Erzieherinnen

Unsere ausgebildeten Erzieherinnen und Naturpädagogen nehmen die Kinder in ihrer Individualität wahr. Sie geben Sicherheit und Halt, indem sie feste Rahmenbedingungen und klare Strukturen schaffen, authentisch sind und sich auf Beziehungen einlassen. Sie sind für die Kinder immer präsent. und bieten den Kindern Orientierung, weil sie selbst gefestigt und vertrauenswürdig sind. Es ist den Erzieherinnen wichtig, auf die Bedürfnisse der Kinder flexibel einzugehen und ihnen so den Raum zu geben, den sie für ihre Entwicklung benötigen.

Mit ihrer Liebe zur Natur sind sie den Kindern Vorbild und vermitteln so einen wertschätzenden und nachhaltigen Umgang mit der Natur.

4.4      Waldpädagogik

Die Natur hat ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Gesetze: Die verschiedenen Jahreszeiten und Wetterlagen konfrontieren uns mit ganz unterschiedlichen Gegebenheiten: Mal ist es nass, kalt, schlammig, mal heiß, trocken, ja staubig. Die Farben verändern sich, die Gerüche, die Töne, das Licht, – kein Tag ist wie der vorhergehende. Auch die Tierwelt begegnet uns je nach Jahreszeit anders.

Im Waldkindergarten sind wir mit diesen Unterschieden jeden Tag konfrontiert und lernen damit umzugehen und unsere Waldpädagogik ist danach ausgerichtet.

Der Wald als großer Raum hat keine festen Grenzen und entspricht keinen Sicherheitsnormen. Sicherheit schafft die verlässliche und konstante Anwesenheit der Erzieherinnen. Die Kinder erleben sich und die Erzieherinnen im festen Rhythmus unseres Alltages als zusammengehörige Gruppe und geben sich untereinander gegenseitig Halt in der Weite des Waldes. So kann der Raum als Bewegungsraum, Spielraum, Ruheraum aus der Sicherheit der Gruppe heraus erkundet und erfahren werden.

Der feste Platz des Kindergartens, die von uns vorgegebenen räumlichen Strukturen wie der Rugelkreis, der Waschplatz, die Grenze zur Straße geben ebenfalls Halt. Durch klare Regeln im Wald entstehen Sicherheit und Orientierung im freien Raum, die Voraussetzung sind für Entspannung und Wohlbefinden und damit auch für ganzheitliches Lernen.

Vielfalt an Bewegungsanlässen

Der natürliche Raum in seinem Wandel bietet den Kindern so viele unterschiedliche Bewegungsanlässe, dass jedes Kind entsprechend seines Entwicklungsstandes sich altersgemäß den Weg und die Bewegungsmöglichkeiten suchen kann. So wird die Grobmotorik altersentsprechend geübt beim Springen über Gräben, Klettern in Bäumen, Balancieren auf unterschiedlichen Untergründen, beim sich Hochziehen, Rutschen auf Lehmboden, beim Steigen über Dornen, beim Erobern zugewucherter und unebener Flächen, beim Stapfen im Schnee, Rodeln am Hang, beim Balancieren, beim vorsichtigen Bewegen auf einem schmalen Pfad etc.. Wichtig ist uns hier auch, dass wir den Kindern die Zeit geben, sich zu erproben und Herausforderungen zu bewältigen, damit sie in Ruhe ihren Entwicklungsschritt machen können.

Durch das tägliche hohe Bewegungsangebot werden Herz und Kreislauf trainiert, die Grundkörpermuskelspannung reguliert, die Bildung einer gleichmäßigen Körpermuskulatur unterstützt und die Psyche stabilisiert.

Fingerfertigkeit / Feinmotorik

Das Spiel mit Naturmaterialien bietet permanent Anreize für die Entwicklung der feinmotorischen Fertigkeiten der Kinder. Wenn sie zum Beispiel Naturmaterialien rupfen und zupfen, um daraus Suppe zu kochen, wenn Naturmaterialien aufgefädelt, geflochten, zu Mandalas gelegt werden oder wenn Kinder mit Lehm kneten und formen.

Das Erleben des Waldes mit allen Sinnen beinhaltet auch, dass die Kinder ertasten und erfühlen, welche Feinheiten Blätter und Baumrinden aufweisen. So schulen sie ihre taktilen Sinne.

Festigung des Selbstbewusstseins

Die motorischen Herausforderungen fordern auch die Psyche heraus. Die Kinder setzen sich auch psychisch mit ihren eigenen Grenzen, mit ihrem Scheitern, Üben und Gelingen auseinander. Dies geschieht auf ganz natürlichem Wege, da die Natur jedem Kind eine passende Grenze bietet. Während der Dreijährige sich die leichtere Schräge wählt, geht der Fünfjährige den steilen Hang nach oben, um so gemeinsam ans Ziel zu kommen.

Hinfallen, Aufstehen, Klettern, Hochkommen – Das Erfahren von Grenzsituationen im körperlichen Bereich schafft ein stabiles Fundament, um auch mit psychischen Stresssituationen besser umgehen zu können. Hier gewinnt das Kind Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Sinnesreize – Wahrnehmungsförderung

Im Wald ist das Erleben immer ein ganzheitliches: Alle Sinnesreize sind im Wald angesprochen, die unterschiedlichen und vielfältigen Sinneseindrücke fügen sich zu einem sinnvollen Ganzen zusammen.

Wir sehen die Sonne über dem Wald aufgehen, den Vogel im Geäst, die Blätter wackeln, wir hören die Vögel singen, die Blätter rauschen, wir spüren die Wärme und den Wind auf der Haut und riechen den Waldboden, die vermodernden Blätter, die blühende Wildkirsche und erfahren uns als Teil des Ganzen.

Konzentrationsförderung – Verweilen können und Stille

Der Naturraum bietet viele Möglichkeiten zu verweilen, zu beobachten und sich mit allen Sinnen mit der Umgebung auseinandersetzen. Wir wollen den Kindern Raum geben, an den interessanten Begebenheiten des Waldes zu verweilen. Daher ist uns wichtig, Zeit zu haben z.B. während eines Spaziergangs, um ein Spinnennetz zu bestaunen oder der Schnecke zuzuschauen, wie sie den Weg überquert.

Stille macht es möglich, genauer wahrzunehmen, zu lauschen, wer im Wald zu hören ist, sich zu konzentrieren. Auch sich selbst wahrzunehmen ist in der Stille möglich. Die Kinder finden eine innere Ruhe, lernen sich kennen und annehmen.

In der Stille des Waldes kommen die Kinder zu sich, spüren ihre eigenen Bedürfnisse, ihre Kreativität und ihre Befindlichkeit. Stille fördert die Konzentrationsfähigkeit.

kognitiver Bereich

Bewegungsherausforderung und damit die Weiterentwicklung einer guten Körpermotorik sind eine wichtige Voraussetzung für kognitives Lernen. Der natürliche Bewegungsdrang des Kindergartenkindes kann im Wald ausgelebt werden, was eine optimale Voraussetzung ist für kognitives Lernen und den Übergang in die Schule.

Waldpädagogik will Wissen vermitteln: „Die Bildung eines Welt- und Menschenbildes, das Einbinden von Erkenntnissen und Erfahrungen in den lebenspraktischen Alltag sind Teil des Bildungsprozesses. Es geht um die Pflege von Einstellungen und eines Bewusstseins für die Umwelt, denn es gibt eine enge Beziehung zwischen Wissen und Einstellungen.“ Im Wald finden wir alle wünschenswerten Materialien, um den Kindern Lernfelder zu eröffnen und Zusammenhänge begreifbar zu machen. Die Kinder können forschen und entdecken, beobachten und ausprobieren, darüber berichten, diskutieren. Das geschieht ganz nebenbei, denn die Fragen der Kinder entstehen beim Tun und Erleben: Wohin sickert das Wasser? Warum ist die Wiese morgens nass?

Die Erzieherinnen stehen den Kindern als Ansprechpartner zur Seite, ermutigen sie und helfen ihnen, die Welt verstehen zu lernen.

Soziales Lernen

Im Waldkindergartenalltag sind die Kinder nicht nur motorisch sondern auch sozial gefordert: Als Gruppe geben sich die Kinder gegenseitig Sicherheit und Halt, so kann soziales Lernen entstehen: Die Kinder lernen eigene Interessen zu erkennen und zu vertreten, einander zu helfen, Rücksicht zu nehmen, Verständnis für andere aufzubringen, geduldig zu sein , anderen zuzuhören, Verantwortung für das Tun und dessen Folgen zu übernehmen, Hilfe anzubieten und anzunehmen.

Im Laufe der Kindergartenzeit sollen die Kinder ihre Persönlichkeit stabilisieren können und die Gruppe soll sich zu einer starken Gemeinschaft mit festem Zusammenhalt entwickeln, der auch über die Kindergartenzeit hinaus trägt.

Nachhaltigkeit

„Nur was ich kenne, kann ich lieben und nur, was ich liebe, kann ich schützen.“ (Konrad Lorenz)

Neben der Ausbildung einer Beziehung des Kindes zur Natur, die die Grundvoraussetzung für eine Sensibilisierung für den Naturschutz ist, steht für uns auch die Vorbildfunktion der Einrichtung und die Erziehung zu schonendem Umgang mit den Ressourcen, respektvollem Umgang mit der Natur im Fordergrund. So halten wir die Kinder an, nur so viele Blumen oder Blätter zu zupfen, wie für das Spiel benötigt werden, wir achten und schützen die Lebewesen und ihre Lebensräume. Wir vermeiden Müll, trennen Müll, halten an zu sparsamem Gebrauch von Papier, Bastelmaterial und Wasser.

Ganzheitlichkeit

Wir wollen eine emotionale Basis schaffen für ein tieferes Verständnis der Welt. Das Erleben mit allen Sinnen führt zu einer tiefen Verankerung der Erlebnisse und des Wissens im Gedächtnis. Die Kinder verbinden sich mit den Lebewesen in der Natur und damit auch mit sich selbst. Dies stärkt die Kinder für ihr weiteres Leben, weil sie ein Gefühl für ihren Platz im großen Ganzen haben und so auch den anderen ihren Platz lassen können.

Inneres Gleichgewicht

Der Wald ohne Türen und ohne Wände gibt Raum, die innere Unruhe abzubauen, Aggressionen abzubauen und umzuleiten in gelenkte Bewegungen oder in Kreativität.

Gesundheit

Der Wald fördert die Gesundheit durch Bewegung, Farbe, Wind und Wetter. Die offene Umgebung verringert die Infektionsgefahr. Herz und Kreislauf sind trainiert, die vermehrte Bewegung stärkt die Körperspannung, stärkt die Muskulatur gleichmäßig und stabilisiert dadurch auch die Psyche.

4.5      Lebenspraktischer Ansatz

Im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit steht das Ziel, die Kinder so zu fördern, dass sie jetzt und zukünftig lernen, ihren Alltag und die an sie gerichteten Herausforderungen gut zu bewältigen.

Exemplarisch bedeutet dies, dass die Kinder beim Vesper möglichst in der Eigenverantwortung bleiben: Was brauche ich jetzt, wenn ich vespern möchte? Was muss ich tun, bevor ich mich an den Tisch setze? (Hände waschen, Rucksack holen, Dose auspacken, Dose öffnen). Hierzu gehört die Orientierung im Raum, die Feinmotorik sowohl um den Rucksack als auch um die Dose zu öffnen. Wie sind unsere Rituale? Wir fangen gemeinsam an und beten vorher (Das Kind lernt zu warten, bis das Vesper beginnt). Was esse ich zuerst? Was mache ich mit den Resten? Wie packe ich alles wieder ein? Habe ich an alles gedacht

Ein zweites Beispiel – der Bau eines Vogelhauses: Die Kinder bekommen die Vorgabe, dass wir gemeinsam ein Vogelhaus bauen. Gemeinsam diskutieren wir folgende Fragen: Was brauche wir? Wie müssen wir vorgehen? Wo soll das Vogelhaus hängen? Wie groß soll es werden? Welches Material benötigen wir? Haben wir alles Werkzeug im Bauwagen oder sollte jemand was mitbringen?

In der Durchführung stellen sich Fragen wie: Brauchen wir Schrauben oder Nägel? Wie hält das Haus zusammen? Wie hält man den Hammer richtig? Hier versuchen wir eine Balance zu finden zwischen Anleitung und Freiraum, um sich zu erproben.

Es ist uns wichtig, dass die Kinder im Umgang mit der Natur, der Umwelt und dem Wetter lernen, wie sie sich verhalten müssen, damit es ihnen gut geht. Sie lernen im Alltag, wann sie einen Sonnenhut brauchen, was man bei welchem Wetter anzieht, wie man sich bei Gefahr verhält, allgemein, wie man mit Naturereignissen umgeht.

Weiter ist uns wichtig, dass die Kinder größere Zusammenhänge des Alltags bildlich und kindgerecht erfahren und mit allen Sinnen erleben. Unsere pädagogische Arbeit zeigen wir hier einmal am Thema Apfel:

Bei den Spaziergängen über die Streuobstwiese ist die Beobachtung des Apfelbaums Alltag. Die Kinder verfolgen, wie der Apfel reift, sammeln Fallobst, füttern die Kühe damit- Wir nehmen Äpfel mit in den Kindergarten, schneiden sie auf, untersuchen das Kernhaus, probieren Äpfel. So sind alle Sinne mit einbezogen (wie riecht, wie schmeckt der Apfel, wie fühlt er sich an, wie klingt das, wenn man in den Apfel beißt? Wie schwer sind die Äpfel). Auch die Kleinsten zählen auch mit Begeisterung wie viele Stübchen das Apfelhaus hat, wie viele Kerne darin wohnen. Wir singen zum Apfel, hören Geschichten, machen Fingerspiele…

Vertieft wird das Thema, indem wir uns damit auseinandersetzen, was mit dem Apfel geschieht, bis wir ihn als Apfelsaft aus der Flasche kaufen können. Dazu verlassen wir auch den Wald, gehen Äpfel sammeln, mosten und Apfelblooz backen in Wackershofen und können so am Prozess der Apfelverarbeitung teilhaben. Die Kinder sammeln im eigenen Tun lebenspraktische Erfahrungen und verstehen die größeren Zusammenhänge, in denen sie leben.

Weitere Themen, die uns auch aus dem Wald herausführen, um Zusammenhänge begreifbar und erlebbar zu machen, sind: Einkäufe, Besuche im Dorf, Besuch der Bäckerei, Landschaftspfleghof, Feuerwehr, Bauhof u.a.

4.6      Musikalische Erziehung

Unser Alltag im Kindergarten folgt einem natürlichen Rhythmus, den die Kinder miterleben und erfahren und in welchem auch die Musikalität ihren Platz hat. So singen die Vögel am Morgen, die Kinder ahmen die Vogelstimmen nach. Auch die Waldmaterialien laden ein zu musikalischen Erkundungen. Die Kinder bauen Klanghölzer, erproben sich so nebenbei mit dem Taschenmesser, und Rasseln aus Stöcken, Steinen und Zapfen, sie spielen die Rhythmen und Geräusche des Waldes nach.

Fest verankert ist die Musik in unserem Alltag im Morgen- und Abschlusskreis sowie bei den Singkreisen mit den Eltern: Bei Singspielen und Liedern ahmen die Kinder die Waldtiere nach, hüpfen wie ein scheues Reh, springen wie ein Hase – und gestalten Rhythmus. Die Kinder lernen Lieder, die oft den Jahreszeiten entsprechen, sprechen Reime und Gebete, lernen Rhythmen und gestalten mit ihren selbst gebauten Instrumenten Musik aktiv mit. Begleitet werden sie dabei zeitweisenvon den Erzieherinnen mit Gitarre und Flöte.

4.7      Weltanschauliche Ausrichtung des Kindergartens

Unser Waldkindergarten ist konfessionsunabhängig, das heißt, er ist keinem speziellen religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis allein verpflichtet. Gemäß dem im Orientierungsplan Baden-Württemberg verankerten Erziehungsauftrag erziehen wir die Kinder im Geiste unserer durch christliche Werte geprägten Kultur. Wir feiern die christlichen Feste im Jahreslauf und ergründen auch, weshalb es zum Beispiel die Adventszeit, Weihnachten, Ostern, Erntedank gibt.

Dabei ist uns wichtig, dass sie ihre Begabungen, Talente und Fähigkeiten entfalten können, dass sie Achtung vor anderen haben, Werte wie Freiheit, Frieden und Toleranz erfahren und sich als Teil der Natur erleben und somit die Natur als Teil unseres Lebenszusammenhangs begreife, den wir verantwortlich nutzen und zu erhalten haben.[3]

4.8      Gemeinsames Erleben – Wir-Gefühl

Eines unserer zentralen Anliegen ist es, dass die Kinder im Wald ein Gefühl der Zusammenhörigkeit erleben dürfen, sich als Teil in der Gruppe erleben und sich aufeinander und auf die Erzieherinnen verlassen können.

Dies fördern wir auch durch zahlreiche Rahmenbedingungen: So ist es für uns selbstverständlich, dass die ganze Gruppe an Ausflügen teilnimmt, dass alle gemeinsam den Tag beginnen, dass alle gemeinsam losgehen zu einem Spaziergang, es gemeinsames Vesper und einen gemeinsamen Abschluss gibt, auch dann, wenn einige Kinder noch etwas länger bleiben.

Ein Wir-Gefühl entsteht durch gemeinsame Regeln, deren Einhaltung erst gegenseitige Verlässlichkeit wachsen lässt. Hierin begleiten wir die Kinder, geben Beispiel und Anleitung, sind Modell.

Ein Beispiel hierfür sind Spaziergänge, bei denen das Miteinander eine zentrale Rolle spielt: Wir sind aufeinander angewiesen und kommen nur ans Ziel, wenn alle einander achten. Dies beinhaltet, dass alle aufeinander warten, dass der Letzte das Tempo bestimmt, dass jeder Zeit zum Ausruhen bekommt, dass keiner im Abseits steht.

Die Erzieherinnen sind präsent und verlässlich, es entsteht ein gemeinsames „Wir“.

 

5      Umsetzung im Alltag

5.1      Tagesablauf im Kindergarten

Unser Kindergarten öffnet von Montag bis Freitag um 8.00 Uhr, bis 8.30 Uhr können die Kinder flexibel gebracht werden. Je nach Witterung spielen die ersten Kinder draußen oder kommen im Bauwagen an, schauen ein Buch an, malen oder spielen. Um 8.30 Uhr setzt das Horn das Startsignal für den Tag, dann verlassen die Eltern spätestens den Wald und wir beginnen gemeinsam mit einem Morgenkreis.

Indem wir uns im Winter im gemütlich geheizten Bauwagen und im Sommer unter Fichten im Rugelkreis versammeln, findet sich die Gruppe für den Tag. Die Mitte bildet eine Kerze, deren Licht hilft, sich zu sammeln und zur Ruhe zu kommen. Sicherheit bieten feste Rituale wie das Zählen der Kinder durch das Wunschkind, ein gemeinsames Sprüchle, Raum für Gespräche, die Besprechung des Tagesablaufs, das gemeinsame Singen.

Der weitere Tagesverlauf ist je nach Jahreszeit unterschiedlich:

Im Winter sind wir meist unterwegs, laufen uns warm und bewegen uns auf befestigten oder unbefestigten Wegen, gehen Querfeldein, suchen Abenteuerwege oder rodeln am Hang.

Im Sommer gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten: Wir gehen für zwei Stunden oder auch als Tagesausflug in andere Waldgebiete oder verweilen am Bauwagen für freies Spiel oder angeleitete Angebote.

Hier einige Beispiele, was es unterwegs so zu entdecken gibt: Im Fichtenwald bauen wir Häuschen aus Fichtenzweigen, am Wildschweineplatz ist der Waldboden sandig und bietet ganz andere Anreize als der Lehmboden rund um den Bauwagen, hier kann man buddeln und bauen nach Herzenslust. Auf der Wiese fühlen und riechen die Kinder die Blumen, winden Kränze oder machen Sträuße, spielen in der Sonne, rennen bergab, kullern den Hang hinunter…

Zwischen 10.00 Uhr und 10.30 Uhr treffen wir uns zum gemeinsamen Vesper am Bauwagen, im Winter im Bauwagen, bei längeren Touren suchen wir uns ein geeignetes Plätzchen und die Kinder machen es sich auf einer mitgeführten Isomatte bequem. Wir genießen es, Zeit zu haben, auf Dinge eingehen zu können, die wir am Wegesrand entdecken, die Umgebung wahrzunehmen, zu verweilen, zu staunen, zu genießen und mit allen Sinnen Wetter, Wind, Regen, Boden, Wald, Geräusche und Gerüche in uns aufzunehmen und uns als Teil des großen Ganzen zu begreifen.

Das Vespern im Wald erfordert einige Besonderheiten und Regeln für das Vesper: Vor dem Vesper werden die Hände gewaschen. Wir legen Wert auf zuckerfreie, gesunde Nahrung, Obst und Gemüse, welche die Kinder in Vesperdosen mitbringen. Aus der Vesperdose oder deren Deckel wird dann gegessen. Heruntergefallene Speisen werden nicht mehr verzehrt. Wir essen keine Früchte aus dem Wald und trinken nicht aus Bach oder Pfütze. Die Kinder führen Getränke in einer bruchsicheren Flasche mit. Wir produzieren keinen Müll, bringen keine Verpackungen mit.

Im Anschluss an das Vesper wird entweder der Tagesausflug fortgesetzt, es gibt freies Spiel (s.u.) oder ein angeleitetes Angebot (s.u.).

Den Kindergartentag beenden wir wieder gemeinsam mit einem Abschlusskreis. Auch dieser hat einen festen Ablauf. Hier ist Raum für Fingerspiele, gemeinsames Musizieren, Reime, Verse, Sprachspiele, Vorlesen, Zuhören, über den Tag nachdenken, Konfliktbesprechung etc.

Abholzeiten sind um 12.30 Uhr und um 13.00 Uhr.

Kinder, die bis 13.00 Uhr bleiben, gestalten die letzte halbe Stunde mit. Sie singen, malen, lesen ein Bilderbuch, entweder alle gemeinsam oder jeder für sich, je nach Bedürfnis der Gruppe.

Bei Ausflügen variieren Bring- und Abholzeiten sowie Start- und Endpunkt dies Kindergartentages. Die Eltern werden hierüber rechtzeitig per „Rucksackpost“ informiert und bilden in der Regel Fahrgemeinschaften.

5.2      Freispiel

Das Freispiel kann vor und/oder nach dem Vesper stattfinden (hängt ab von der Witterung, der Gruppensituation und dem restlichen Tagesprogramm) , findet im Wald oder im Bauwagen statt. Es ist für die Kinder eine wirklich wertvolle Zeit, in der sie sich mit den Spielkameraden, mit Naturmaterial, Werkzeug, Papier, Stifte, Scheren etc. eine eigene Beschäftigung suchen. Dabei lernen sie, sich mit anderen über die Art des Spiels zu verständigen, Einigungen zu erzielen, ihr Material zu organisieren, Absprachen zu treffen, Konflikte zu klären, zu diskutieren, ein Ziel zu verfolgen, zu scheitern und dies auszuhalten, einen neuen Versuch zu machen, aber auch, sich eine Auszeit zu nehmen, Stille zu genießen, sich abzugrenzen.

Was spielen die Kinder im Wald?

Sie spielen Rollenspiele (Vater-Mutter-Kind, Kaufladen, Autowerkstatt etc.), bekochen sich fürsorglich, laden andere Kinder zum Essen ein, bereiten den Platz vor, bedienen sich…

Dabei kommt der Vorbereitung eine besondere Bedeutung zu: Das Schneiden, Zupfen und Rupfen von Naturmaterialien, die dann im Topf „gekocht“ werden, heißt für das Kind, dass es zu sich kommt, den eigenen Rhythmus finden kann, durch diese konzentrierte Arbeit entschleunigt, weil die Tannennadeln nur mühsam vom Zweig abzuschneiden sind. Das Kind verfolgt ein Ziel, bleibt dran, probiert aus – und diese Zeit wird ihm zugestanden. Es trainiert dabei selbstbestimmt seine Konzentration, indem es beim Spiel Konzentrationsphasen auswählt (rupfen und zupfen), diese übt und wiederholt.

5.3      Angeleitete Projekte

Neben dem Freispiel sind angeleitete Projekte ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags. Im Unterschied zum Freispiel schaffen hier die Erzieherinnen den Anlass für die Tätigkeit des Kindes und versuchen hier, die Kinder anzuregen, Neues zu erproben und sich auf Anderes einzulassen. In erster Linie beschäftigen uns hier waldspezifische Themen aus unserer unmittelbaren Umgebung. Hier geht es darum, Wissen zu vermitteln, handwerkliche Fertigkeiten zu üben, Anreize für Kreativität zu schaffen und alltagspraktische Erfahrungen zu machen. Wenn sich die Gruppe z.B. mit dem Eichhörnchen beschäftigt, dann malen alle zu diesem Thema ein Bild, jeder auf seine Weise und seiner Entwicklung entsprechend. Hier wird gezielt die Konzentration gefördert und eingefordert.

5.4      Vorbereitung auf die Schule

Der Waldkindergarten bereitet die Kinder in der gesamten Kindergartenzeit in allen Bereichen auf das Leben und die Schule vor.

Im Vorschuljahr bieten wir den Kindern ein regelmäßiges Vorschulprogramm an, um sie gezielt auf den Übergang in die Schule vorzubereiten. Hier üben wir anhand vorgegebener Materialien den Übergang zu eher schultypischen Arbeitsformen, die Vorschüler legen ein Heft an, das sie im Laufe des Jahres gestalten. Außerdem bieten wir den Vorschülern eine Jahresarbeit am Webrahmen an, sodass sie länger an einem Projekt bleiben.

Wir arbeiten mit den Kooperationslehrern der Schulen zusammen, mit denen wir in regelmäßigem Austausch stehen und besuchen die Grundschule zu besonderen Anlässen.

 

6      Zusammenarbeit mit Eltern

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern und gegenseitige Information ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit im Kindergarten.

Ein wertschätzender und freundlicher Umgang miteinander ist uns wichtig.

Der Träger unseres Kindergartens ist eine Elterninitiative, die vom Engagement der Eltern lebt und getragen wird. So sind die Formen der Zusammen- und Mitarbeit unter anderem folgende:

6.1      Gemeinsamer Erziehungsauftrag

Zweimal im Jahr finden Elternabende statt, bei denen es uns neben dem Informationsaustausch zu aktuellen Themen des Kindergartens immer auch wichtig ist, den Eltern einen Einblick in die besondere Arbeit der Waldpädagogik zu geben und sie dies ggf. selbst auch erleben zu lassen.

Einmal jährlich findet ein Entwicklungsgespräch statt. Hierfür erhalten die Eltern einen Vorbereitungsbogen, in welchem sie die aktuelle Situation ihres Kindes und dessen Entwicklungsstand reflektieren, sodass im gemeinsamen Gespräch der Entwicklungsverlauf des Kindes skizziert wird. Das Gespräch wird protokolliert und von allen Beteiligten unterschrieben.

Bei Bedarf sind Tür- und Angelgespräche möglich.

Informationen über den Kindergarten können Eltern dem Wochenplan entnehmen, Rucksack­nachrichten informieren über besondere Ereignisse.

Unter Zusammenarbeit mit den Eltern verstehen wir auch, dass wir gemeinsam Feste feiern, gemeinsame Bauaktionen am Bauwagen und im Wald durchführen und so die Elterninitiative als Gemeinschaft erlebbar machen.

Das Besondere unserer Elterninitiative ist, dass wir in engem Kontakt stehen mit den Eltern und wir uns freuen, wenn sich Eltern einbringen können. Durch ihre Interessen oder ihren Beruf können sich für den Kindergarten Möglichkeiten ergeben, die pädagogischen Inhalte zu ergänzen oder zu unterstützen.

Dies fördert die Identifikation mit der Einrichtung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erzieherinnen.

6.2      Engagement der Eltern in der Elterninitiative

Zur Bewältigung des Alltags sind wir auf Elternunterstützung angewiesen: So übernehmen Eltern im Wechsel das Reinigen der anfallenden Wäsche im Kindergarten (Handtücher), bringen Wasser mit, entsorgen Müll und putzen den Bauwagen.

Im Verein bestehen vielfältige Möglichkeiten sich mit seinen Fähigkeiten und Interessen einzubringen.

6.3      Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat

Der Elternbeirat wird beim ersten Elternabend im Kindergartenjahr gewählt. Seine Aufgaben sind in der Elternbeiratsordnung festgelegt. Darüber hinaus ist unser Elternbeirat unterstützend tätig für das pädagogische Team und unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des Vorstands.

 

7      Qualitätssicherung in Kindergarten und Verein

7.1      Beschwerde- und Beteiligungsverfahren

Zentral in unserer pädagogischen Haltung ist eine offene, transparente Arbeit mit den Kindern, also Beziehungsarbeit, damit sie sich trauen, jederzeit zu kommen und ihre Bedürfnisse und Sorgen zu nennen: Bsp: Wenn wir im Steilhang hängen und ein Kind Angst bekommt, muss es dies sofort sagen können.

Eine Beschwerde ist eine wertvolle Äußerung eines Kindes, denn dann kann ein Kind sein Gefühl benennen, hat das Vertrauen dem pädagogischen Team gegenüber. Durch klare Strukturen im Tagesablauf, der den Kindern zahlreiche Möglichkeiten der Beteiligung gibt (Auswahl des Liedes, der Spiele, der Geschichten, Turnen etc.) ihre Gefühle (mir ist schlecht, ich habe Bauchweh, mir ist kalt, mein Schuh drückt, Wünsche und Ideen (Tagesgestaltung: Ich möchte auf die Wiese) und Bedürfnisse (ich habe Durst, Hunger, muss aufs Klo, bin müde, kann ich bei dir an der Hand laufen, Pause) wahrzunehmen und zu benennen und dabei aber auch die Bedürfnisse und Grenzen der Anderen zu erkennen. Das pädagogische Team hat zum Ziel nach Möglichkeit direkt und situationsbedingt auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen oder ihnen zu vermitteln, dass dies für die Gruppe oder in der aktuellen Situation nicht möglich ist.

Im Alltag entstehende Konflikte klären wir unmittelbar mit den betroffenen Kindern und bei Bedarf auch mit Einbezug der Gruppe. Das pädagogische Team geht auch direkt auf ein Kind zu, wenn dieses sich erkennbar nicht wohl fühlt, und bespricht mit ihm die Situation.

Bei der Gestaltung von Projekten bezieht das pädagogische Team die Kinder in die Planung mit ein: So bringen die Kinder Materialien mit, finden Abstimmungen zu Schwerpunkten pädagogischer Themen statt, werden demokratische Strukturen erlebbar gemacht.

Ritualisiert stellen der Morgen- und Abschlusskreis Gelegenheiten dar, in welchen die Kinder ihre Anliegen anbringen.

Eltern haben die Möglichkeit, sich an das pädagogische Team selbst, an den Elternbeirat oder an den Vorstand zu wenden. Die Beschwerde wird dann zeitnah mit den betroffenen Personen geklärt, gegebenenfalls wird im pädagogischen Team nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Anschließend wird der Beschwerdeführer informiert.

Anliegen des pädagogischen Teams werden mit dem Vorstand und/oder im Großteam geklärt. Wenn dies nicht zum Erfolg führt, kann das pädagogische Team Supervision in Anspruch nehmen. Gegebenenfalls wird eine Mediation angestrebt.

Beschwerden von außen werden ebenso behandelt.

7.2      Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung

Unser Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige, die gesunde Entwicklung des Kindes unterstützende Betreuung der Kinder im Wald anzubieten. Da wir eine junge Einrichtung sind (2011 eröffnet), sind wir noch immer in der Aufbauphase, was eine enge Zusammenarbeit erfordert. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir unsere Arbeit reflektieren, weiterentwickeln und stetig verbessern. Dafür haben wir umfangreiche Strukturen geschaffen:

  • Umgang miteinander: Um den Eltern und Kindern Vorbild zu sein und eine gute Zusammenarbeit zu gewährleisten, legen wir Wert auf einen fürsorglichen, freundlichen und wertschätzenden Umgang miteinander. Wir bemühen uns, Konflikte und Kritik stets in einer wertschätzenden Form zu präsentieren und zu bewältigen.
  • Teamsitzungen „kleines Team“: In wöchentlichen Teamsitzungen planen und reflektieren die Erzieherinnen die pädagogischen Inhalte der Arbeit im Kindergarten: Wir formulieren hier die einzelnen Ziele für die Kinder und planen auf dieser Grundlage unser pädagogisches Handeln, um so individuell die einzelnen Kinder bestmöglich zu begleiten und ggf. zu fördern. Dokumentation im Teambuch: Die Prozesse und Ergebnisse der pädagogischen Reflexion werden im Teambuch festgehalten, das nur dem Team zugänglich ist.
  • Beobachtung und Dokumentation: Selbstverständlich beobachten wir im freien wie auch angeleiteten Spiel die Kinder und dokumentieren dies als Grundlage für Elterngespräche und für unsere pädagogische Arbeit.
  • Zusammenarbeit zwischen Träger und Fachkräften – Teamsitzungen „großes Team“: Im Abstand von 4-6 Wochen treffen sich Vorstand und Erzieherinnen zu einer gemeinsamen Sitzung. Themen des großen Teams sind daher Absprachen inhaltlicher, organisatorischer und pädagogischer Fragen. Ziel ist es, bei strittigen Fragen einen gemeinsamen Konsens zu finden, dem alle zustimmen können. Die Ergebnisse dieser Teamsitzungen werden im Protokoll festgehalten.
  • Personalgespräche: Der für das Personal zuständige Vorstand führt mind. einmal jährlich ein Personalgespräch, um über Zufriedenheit, Entwicklungsperspektiven und Fortbildungswünsche zu sprechen.
  • Kooperation mit der Grundschule: Für einen guten Übergang der Kinder in die Schule findet zwischen dem pädagogischen Team und den aufnehmenden Grundschulen ca. 6 Wochen nach der Einschulung ein Reflexionsgespräch statt darüber, wie der Übergang gelungen und der Stand der Kinder ist. Termine und Aktivitäten der Vorschüler werden aufeinander abgestimmt.
  • Supervision: Zur Klärung von Konflikten und bei pädagogisch schwierigen Fragen erhalten unsere Erzieherinnen Supervision bei einem Supervisoren ihrer Wahl.
  • Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat: Die Sitzungen des großen Teams werden bei einzelnen Fragestellungen für den Elternbeirat geöffnet, der dann beratende Funktion hat.
  • Einholen von Fremdperspektiven und Öffnung der Einrichtung nach außen:
    Zur Qualitätsentwicklung ist es für uns unerlässlich, uns mit anderen Einrichtungen auszutauschen. Hierfür treffen sich die Erzieherinnen der Waldkindergärten des Landkreises Hall, um waldpädagogische Fragen zu diskutieren, Ideen auszutauschen und Probleme zu besprechen. Ebenso gibt es einen regelmäßiges Treffen mit den Vorständen der Waldkindergärten Schwäbisch Hall, Mainhardt, Gaildorf und Obersontheim, auf denen eher rechtliche und organisatorische Fragen abgeglichen werden.
  • Kommunikation mit den Eltern: Für die gemeinsame Erziehungsarbeit ist es uns wichtig, dass Eltern und Erzieher in engem Kontakt sind. Hierfür sind entsprechende Strukturen eingerichtet
  • Elternfragebogen: Zur Evaluation unserer Arbeit oder einzelner Aspekte derselben gestalten wir Elternfragebogen, deren Ergebnisse dann in den betroffenen Teams besprochen werden.
  • pädagogische Tage: In der Regel wird einmal jährlich ein pädagogischer Tag durchgeführt, der dem pädagogischen Team dazu dient, konzeptionell zu arbeiten, die pädagogische Ausrichtung und Ziele abzusprechen.
  • Fortbildungen der Erzieherinnen: Uns ist es wichtig, dass sich unser pädagogisches Team regelmäßig fortbildet. Welche Fortbildungen besucht werden, wird im Einzelfall nach Bedarf und nach den finanziellen Möglichkeiten des Vereins entschieden.
  • Fortbildungen des Trägers: Auch der Träger bildet sich regelmäßig fort in Bereichen Organisation, Personalführung, Vereinswesen.
  • Sicherheit im Wald/Wegesicherung: Zweimal jährlich und nach besonderen witterungsbedingten Ereignissen finden Waldbegehungen und Sichtkontrollen durch den Förster und den Sicherheitsbeauftragten des Vereins statt.

 

8      Zusammenarbeit:

  • Gemeinsamer Ausschuss: Die Träger der Michelbacher Kindergärten treffen sich in einem Gemeinsamen Ausschuss, dessen Aufgaben vertraglich geregelt sind (inhaltliche Abstimmung, Elternarbeit, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, gemeinsame Fortbildungen etc.)
  • Erzieherinnentreff: Die Erzieherinnen der Kindergärten aus Michelbach treffen sich mindestens 2 Mal im Jahr, um sich pädagogisch auszutauschen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit finden gemeinsame Fortbildungen statt.
  • Erzieherinnentreff der Waldkindergärten (s.o)
  • Zusammenarbeit mit der Grundschule: Der Waldkindergarten pflegt, ebenso wie die anderen Kindergärten der Gemeinde, einen engen Kontakt zu den Kooperationslehrern der Grundschule. Hier tauschen sich Lehrer und Erzieherinnen aus über notwendige Vorschulinhalte und Förderungen der Kinder. Ferner sind die Vorschulkinder zu Festen der Grundschule eingeladen und werden so auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet.
  • Zusammenarbeit mit der Fachschule für Soziales: Immer wieder haben wir Praktikanten der Fachschule für Soziales, die bei uns in die Praxis der Waldpädagogik schnuppern und gleichzeitig ihre Ideen einbringen.
  • Zusammenarbeit mit der Tagesmutter: Einzelnen Familien reicht die Betreuung durch unseren Kindergarten nicht aus. Hier arbeiten wir mit einer örtlichen Tagesmutter zusammen, die auch gerne bereit ist, Kinder bei uns im Wald abzuholen.

 

9      Kontakte

Den Kindergarten erreichen Sie unter info@waldkindergarten-michelbach.de, unsere homepage finden Sie unter www. waldkindergarten-michelbach.de.

Eine Übersicht der wichtigsten Kontakte (Postanschrift, Kindergartenleitung, Erzieherinnen, Vorstände) liegt der Anmeldemappe bei.

 

10 Literatur

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten – Pilotphase. Mannheim 2007

Miklitz, Ingrid: Der Waldkindergarten. Dimensionen eines pädagogischen Ansatzes. 3. Auflage, Mannheim 2005

Annette Michler-Hanneken, GUV- Information, Mit Kindern im Wald, Möglichkeiten und Bedingungen in einem natürlichen Spiel- und Lebensraum, Berlin 2008

Es lagen folgende Konzeptionen aus anderen Waldkindergärten vor:
Konzeption des Waldkindergartens Schwäbisch Hall
Konzeption des Waldkindergartens Gaildorf
Konzeption der Waldkindergärten Freiburg
Konzeption des Waldkindergartens Berglen
Konzeption des Waldkindergartens Heilbronn

 

 

11 Dokumentation von Änderungen in der Konzeption, Waldkindergarten Michelbach e.V.

 

 

Verabschiedet von Was wurde bearbeitet? Version Datum Seite
Sylvia Kestin, Sabrina Metzler, Rudi Maas Vorläufige Konzeption 1 Januar 2011
Sylvia Kestin, Antje Maas, Annette Kalmbach Anpassung der Öffnungszeiten im gesamten Dokument der Anmeldemappe 2 September 2013
Sylvia Kestin,

Julia v. Spiegel,

Lutz Haas,

Kerstin Klenner,

Anja Krauß,

Renate Rößler

Neufassung der Konzeption im Zeitraum von 2013 bis 2015 3 Fertigstellung Oktober 2015

 

[1] Annette Michler-Hanneken, S.31

[2] Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen, Hg: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Freiburg im Breisgau 2014,

[3] ebenda, S.166f